Die ISE ist DIE Technikmesse im ersten Halbjahr in Europa mit einem erneuten Rekord von über 90.000 Besuchenden vor Ort – darunter Agenturen, Planende und Designer*innen genau wie viele Production Companies. Inspiration gab es für jeden Projekt-Step.

Trends mit Blick auf die Messe: die Bereiche Integration (Installation), Broadcast und Event vermischen sich immer mehr. Nicht nur technisch, sondern auch in den Lösungen. Smarte Integrationen und Automatisierungen wirken ressourcenschonend, gerade bei Wiederholungsformaten.

Alle reden von Nachhaltigkeitszielen. Ökologisch verträglich soll es sein. Sozial natürlich. Und damit es Bestand hat, ist auch eine ökonomische Nachhaltigkeit angezeigt. Nun ist die ISE keine Messe, die traditionell im Zeichen der Nachhaltigkeit steht. Gleichzeitig schien es in diesem Jahr der rote Faden zu sein, der die Messe durchzog. Von Flurgesprächen und Fachvorträgen über Produktvorstellungen und Anwendungen.

Evolution statt Revolution

 

Technische Innovation stand dieses Jahr nicht im Fokus. Das Motto war Evolution statt Revolution. Smarte Weiterentwicklung und Anwendung von verfügbarer Technik. Die Erkenntnis die sich auch in Gesprächen auf den Gängen breitmachte: die vorhandene Technik bietet viel mehr Potential als wir zur Zeit nutzen. Mit mehr Vorlauf und genauerem Wissen um den tatsächlichen Bedarf gäbe es ein enormes Potential Veranstaltungen ressourcenschonender umzusetzen.

Unklare oder pauschale Bedarfe führen oft zu einer Übererfüllung: Flexibilität und Reserve. Klar: “haben ist besser als brauchen”. Aber ist das noch zeitgemäß? In einem Umfeld das nicht müde wird, Nachhaltigkeitsziele zu formulieren und deren Wichtigkeit zu betonen? Wenn im Nachhinein ganz oft die Erkenntnis ist, wie es einfacher oder mit weniger genau so gegangen wäre?

Und jeder der tourt oder festinstalliert weiß, welches Potential in wirklich detaillierter Planung und smarten Integrationen steckt. Weniger Handarbeit, keine unnötigen Arbeitsschritte, weniger Logistik und Bauzeiten. Wir reden permanent über Automatisierung und KI – meinen aber Büros. Das gleiche Potential steckt in Steuerungen und Automatisierungen von Veranstaltungen. Das braucht Technik und Expertinnen und Experten, die wissen, welche Möglichkeiten es gibt und wie sie anzuwenden sind. Vor allem aber braucht es klare Briefings und zeitlichen Vorlauf.

Last but not Least – Kollaboration. Nicht in Meetingräumen, sondern in der Ausführung. Gut gepflegte Partnerschaften und offene, verbindliche Kommunikation. Partnerschaften, die es zulassen, dass Unternehmen ihre nativen Stärken ausspielen können. Sei es technische Kompetenz in bestimmten Bereichen, ein starker Mitarbeiterpool – hier ist nicht die Größe der Datenbank gemeint – oder schlicht und ergreifend die Geographie.

AMBION arbeitet gern in solchen Konstellationen – weiß aber auch ganz genau mit wem.

Hardware vs. Software

 

Ob Shure mit dem ANX UHF-System, Brompton mit den SQ LED Prozessoren Serien, Panasonic mit der Kairos Plattform oder AV Stumpfl und Pixera, um nur ein paar verschiedene Bereiche zu nennen: es gibt eine Tendenz zu Lizenzen. Mehr und mehr Hersteller schaffen neue Hardware-Plattformen die sich lossagen von der klassischen Hardware-Funktions-Kopplung. Das ist nicht in jeder Skalierung wirtschaftlich sinnvoll. Aber es erlaubt ein flexibleres Agieren und Reagieren auf Bedarfe. Und das ohne die Anzahl der Geräte, des Platzes, der Handlings-Kosten 1:1 hochzufahren. Seien es die Empfangskanäle im UHF auf kleinem Footprint, die zwischen 1 und 24 variieren können, spezielle Features im LED Processing, die ich vielleicht nur dreimal im Jahr benötige, eine Audio Matrix im Broadcastmischer um externe Hardware zu sparen oder eben ein zusätzlicher Ausspielweg eines Medienservers, den ich erst on-Demand dazukaufen möchte.

Schön wäre, wenn sich auch das Licht bei ihren Konsolen dahin bewegen könnte. Dann bräuchte man nicht mehr große Türme Prozessoren und redundante Gehäuse, Netzwerkkarten, PSUen, etc. stapeln.

LED + Displays

 

LED wechselt fließend zwischen Rental und Installation – alle Pixelpitches gibt es für alle Anwendungsbereiche. 1,x Outdoor genau wie > 6,x indoor. Dabei ist vor allem der Zuwachs an transparenten Produkten bemerkenswert. Ein stetig ansteigender Transparenzgrad erlaubt inzwischen kreative Anwendungen im Touring- Rentalbereich genau wie imInstallations- und Messebereich. Selbsttragend (z.B. ROE Vanish AIR, LANG AG – Liam oder Muxwave) oder als transparente Folie zur Aufbringung auf Glasflächen jeder Form.

Im Rental liegt der Fokus zunehmend auf der Mechanik – gab es historisch große Unterschiede in der Bildqualität setzen sich die führenden Anbieter inzwischen vor allem durch gutes Handling und somit ein personaloptimiertes Produkt ab. Standardisierte Transportlösungen, integrierte Flug- und Stacking-Mechanik sind die Hauptargumente der Anbieter. Der Blick bei den Produkten geht auf die Rückseite. Und das auch bei Flex-Systemen, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, auch in feineren Pixelpitches und stufenlos verstellbar.

Displays stehen ein bisschen im Schatten der Großbild-Technologien. Hier gibt es Nischentechnologien, die aber große Mehrwerte liefern können: 3D Displays mit zwei Bildebenen, die dem Betrachter tatsächlich eine Bildtiefe suggerieren. Farbige ePaper Displays, auch in großen Formaten, die einen extrem stromsparenden Einsatz ermöglichen.

Im Bereich der Drohnen-Anwendungen könnte die Indoor-Drohne ein Game-Changer werden. Bisherige Systeme scheitern oft an der Navigation im Raum und sind damit gestalterisch stark limitiert. Eine funktionierende 3D Navigation und Sensorik in Innenräumen würde ganz neue Möglichkeiten und Einsatzgebiete erschließen. Die Kombination aus ultraleichten Drohnen und einer komplett steuerbaren Umwelt dürfte viele kreative Höhenflüge 😉 auslösen. Gekoppelt mit einer ganzjährigen Nutzbarkeit ist das vielleicht sogar – in mehr als nur einer Hinsicht – nachhaltig.

Projektoren

 

Im Projektor-Markt ist die Devise heller, hochauflösender, flexibler. Barco, Panasonic und EPSON präsentieren alle neue Flaggschiffe im High Brightness Segment. Unser Highlight und Grund für einen Invest: Epson präsentiert ein 30.000 ANSI Lumen UHD Gerät mit einem Footprint (Gewicht, Volumen, Lautstärke und Verbrauch) ähnlich dem bisheriger 20.000er Geräte. Ein Gamechanger. Denn nach wie vor gilt: für manche Anwendungen kommt man um Projektion nicht drum rum. Noch wichtiger: für viele weitere Bildflächen ist Projektion die ressourcenschonendste Variante. Auf- und Abbauzeit, Transportvolumen, Materialpreis. Viele reguläre Anwendungen im Corporate-Bereich lassen sich mit Projektion auf einem hohen Niveau lösen!

Regien

 

Im Bereich der Regietechnik weitet sich das Feld: Analog Way schafft es die bisherige Bandbreite der Aquilon Plattform weiter zu strecken und stellt die Cmini vor. Ein Schritt den AMBION begrüßt – sind wir doch inzwischen komplett auf der Aquilon Plattform unterwegs und schätzen auch die bisherige Skalierbarkeit und Flexibilität schon sehr.

Die Entwicklung der chinesischen Plattform Pixelhue schreitet weiter voran und stellt in vielen Bereichen eine echte Alternative zu den etablierten Playern aus Europa dar. Einzig um Barcos E3 Plattform war es auf der Messe eher ruhig. Panasonic entwickelt die Kairos Plattform als GPU basierten Gegenentwurf konsequent weiter – mit neuer Software, neuen Input/Output-Boards und einer vollen IPMX Zertifizierung.

Für uns super, haben wir doch zwei Systeme im Bestand, mit denen wir regelmäßig die Vorteile der GPU Architektur ausspielen können: Komplette Flexibilität bei maximaler Nutzung der Hardware. Gerade Hybride Bildmisch-Screenmanagement Anwendungen sind damit besonders effizient umsetzbar. Effizient = wirtschaftlich.

Content – Live-Bild, Bewegt-Bild

 

Flexiblere Optionen stehen im Vordergrund. Neue Kamerasysteme bei Panasonic und Grass Valley. Große Sensoren, Kompakte Kameras, Slider, Dollys, Robotik im weitesten Sinne. Ein Zuwachs an abwechslungsreicheren, ästhetischeren Möglichkeiten der Bildgestaltung ist zu beobachten. Um Zeit- und Kostendruck im Event zu begegnen wird dies immer mehr gepaart mit smarter Automatisierung und Integration in bestehende Arbeitsumgebungen. Kein Arbeitsplatz mehr ohne Streamdeck und Companion. Bei Panasonic Autofocus in den Broadcast-Kameras und Kompatibilität mit der großen Produktpallette von Skaarhoj.

Und auch die Zuspielung aus Rechnersystemen verschwimmt. Klassische rechnerbasierte Playbacklösungen können inzwischen riesige Bildflächen in verschiedensten Auflösungen zuspielen, während Medienserversysteme im Handling einfacher werden. Der Unterschied ist oft die Skalierbarkeit: Rechenleistung, Speicher, Outputs. Für jeden Geschmack ist etwas dabei – die Kunst im Eventbereich ist die Gratwanderung zwischen Flexibilität (Leistung) und Preis. Es gibt extrem viel Raum für Idealisierung, aber hinterher ist man immer schlauer.

Und AMBION?

 

Wir haben in den letzten Jahren versucht, frühzeitig auf Technologien und Produkte zu setzen und zu investieren. Immer mit dem Wissen, dass wir zukünftige Bedarfe und Entwicklungen ja nicht kennen, sondern nur versuchen können sie zu antizipieren. Oder um zur Abwechslung mal ein Eishockey Bild zu bemühen:
nicht da hin fahren, wo der Puck gerade ist, sondern wo er sein wird.

Unser Lichtpark ist schon lange komplett auf LED Basis unterwegs. An ein paar Stellen waren wir sehr früh dran und haben im Zuge von technologischem Fortschritt nachgesteuert und sind in zweiter Generation. Dabei arbeiten wir mit einem guten Bestand an Eigenmaterial und besitzen alle Keyparts selbst – den 500. Scheinwerfer einer Sorte muss man nicht selber haben. Dafür gibt es Partner. Aber smarte Lösungen für verschiedene Anwendungen zu haben, zu kennen und zu beherrschen, lohnt sich.

Tools für eine unkomplizierte, ästhetische Bühnengestaltung, die den baulichen und damit personellen Aufwand reduzieren. Remote Follow-Systeme, intelligentes Frontlicht in großen Mengen, ein großes Portfolio Portman Lights als optische Highlights um nur nur einige zu nennen. Eine Vielzahl gestalterischer Möglichkeiten für große wie für kleine Bühnen. Und warum nicht auch der Konferenzbühne etwas Rock’n’Roll verpassen, oder den Look eines Followspots bei 4 m Deckenhöhe einsetzen. Die Message ist gleich eine ganz andere –nachgedacht.

Audio ist das unsichtbare Gewerk – aber das, was am meisten Impact auf den Veranstaltungserfolg hat. Ton transportiert Inhalte genau so wie Emotionen. Unsere langjährige Partnerschaft mit CODA Audio ermöglicht es uns, extrem schlanke Lösungen für alle Herausforderungen zu haben. Oftmals mit deutlich kleinerem Footprint als Mitbewerbende und damit geringerem Handling-Aufwand bei gleichem Ergebnis. Weniger Gewicht im Dach, weniger Truckspace, weniger Menschen. Und jetzt auch in Kardioid.

Shure neue ANX-Plattform bietet genau diese Vorteile im kleinteiligen FoH und Backstage-Bereich. Weniger Handling, weniger Platzerfordernisse, größere Flexibilität. Das gleiche Ziel verfolgt zu unserer Freude Yamaha. Die Produkte der letzten Jahre vereinen in sich Funktionalitäten die noch vor einer Generation nur mit kompliziertem Outboard, PlugIns oder Zusatzkarten möglich waren. Gerade im Corporate-Bereich ist Yamaha nicht ohne Grund der Standard – und wir sind froh mit der gesamten Range die passende Lösung für jedes Format anbieten zu können.

Im Rigging liegt das größte Potential in guter Vorbereitung und Standardisierung. Gute Verpackungslösungen für einen effizienten Transport. Und ideale Produkte für die jeweilige Herausforderung. Kein Überdimensionieren und selbstverständlich kein Unterdimensionieren. Auf Gewicht optimierte Komponenten. Von 20 cm 2-Punkt über MLT-Systeme bis Schwerlasttraverse können wir alles anbieten, inkl. verschiedenen Groundsupport-Varianten. Unsere Stärke sind die vorhandenen Lösungen – vor allem aber die Menschen, die davon wissen und sie einsetzen können.

Die größte Veränderung der letzten Jahre erleben wir täglich: nachhaltiger Setbau mit modularen Messebausystemen. Als einer der größten beMatrix Anwender setzen wir kontinuierlich ökologisch verträglich um. Und die Message ist klar: es geht. Und zwar fast alles. Mit beMatrix als innovativem Partner, der die Herausforderung nach neuen Lösungen annimmt und regelmäßig Produkte vorstellt und unserer Erfahrung aus unzähligen Messe- und Setbau-Projekten. Es braucht den Willen und das Wissen. Wir wollen und wir wissen was machbar ist. Der Wille auf Kundenseite nimmt zu – nachhaltiger Set- und Messebau kann nicht mehr ignoriert werden.

Wir nehmen die Welt über Bildschirme wahr. Das Handy bestimmt unsere Sehgewohnheiten im Alltag. Im Rahmen von Veranstaltungen, versuchen wir, dies aufzubrechen, uns abzusetzen. Non-Standard Bildformate erfordern komplexere Regien und Zuspielsysteme. Die Gewöhnung an High End Kamerabilder bedingen auch im Live-Umfeld High End Kameratechnik. Kurzfristige Änderungen und Content-Creation-Workflows fordern uns, durch große Content-Mengen und Änderungen. Das ist das eine Ende des Spektrums.

Auf der anderen Seite steht die Standardisierung und Optimierung. Bei gleichzeitig hoher Betriebssicherheit und Multifunktionalität. Keine Konferenz ohne Stream, Zuschaltung, Recording, Kamera. Aber bitte nicht 10 Geräte und 4 Operator*innen dafür. Der Zuwachs an hybriden Systemen in der Regietechnik bietet eine gute Ausgangslage. Wie immer gilt: ressourcenschonend. Moderne Kamerasysteme, Trackingsysteme und integrierte Regielösungen bieten beste Voraussetzungen dafür. Und auch komplex und ab der Norm geht smart.

Die Weichen sind an vielen Stellen gestellt – es muss nur noch mitgedacht werden. Gerne gemeinsam.

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